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Issinger Wahrzeichen "Kaiserlinde" vor dem Aus ?


Wahrzeichen des Ortes ist seit 1853 die Kaiserlinde – sie bildet mit ihren 4,50 Metern Umfang und einer Höhe von etwa 25 Metern einen imposanten Dorfmittelpunkt. Früher stand sie an dieser Stelle wohl neben der alten Dorfkirche und der Schmiede. Pfarrer Wendelin Gschwend pflanzte diesen Baum als Andenken an die Ernennung von Issing zur eigenständigen Pfarrei im Jahr 1845, bevor er Issing Richtung Pforzen verließ. Der Grund für die Pflanzung des Issinger Wahrzeichens war also kirchlicher Natur. Mit der Gründung des zweiten deutschen Kaiserreichs 1871 erhielt die Linde dann den Namen „Kaiserlinde“.

 

 

Viel mitgemacht hat der knorrige Baum mit seinen Hohlräumen im Stamm seitdem. 1964 fiel die Linde nach Protest der Issinger nicht der Axt zum Opfer und kann so bis heute nicht nur Naturliebhaber erfreuen.

Im Jahre 2003 hat die Gemeinde Vilgertshofen von einem Baumsachverständigen ein Gutachten erstellen lassen, in dem die Standsicherheit und Vitalität der Linde untersucht wurde. Im Ergebnis dieses Gutachtens wurde der Baum durchaus als stand- und bruchsicher eingestuft. Als zusätzliche Sicherheit wurde im Juni 2004 eine fachgerechte Kronensicherung System „Corba“ mit entsprechender Kronenpflege durchgeführt. Außerdem wurde die Linde regelmäßig mit Wasser versorgt.

Sturmschaden am Hauptstamm

Vor wenigen Tagen erreichte Bürgermeister Welz eine neue Hiobsbotschaft. Extreme Windböen haben höchstwahrscheinlich dazu geführt, dass der ohnehin schon in Mitleidenschaft gezogene Hauptstamm einen Längsriss bekommen hat, der die Bruchsicherheit des Baumes erheblich herabsetzt. In einer erneuten Stellungnahme des gleichen Sachverständigen wird deshalb der Gemeinde dringend geraten, den Baum entweder ganz zu fällen, oder soweit zurück zu schneiden, dass nur mehr ein Torso verbleibt. Nach einer ersten Sofortmaßnahme (Anbringung von Zurrgurten) hat sich der Gemeinderat dazu entschieden, die Linde zunächst bis auf eine empfohlene Höhe von etwa 7 Meter zurück zu schneiden ( siehe Bild).

Bevor die endgültige Entscheidung über den weiteren Werdegang der Kaiserlinde in Issing getroffen wird, werden noch Möglichkeiten zur Erhaltung des geschichtsträchtigen Baumes überprüft.

 

Text und Bild: Bgm. Welz


 

Erstellungsdatum: 02. September 2007, Sonntag