Wappen von Vilgertshofen

Ortsplan

Link zum Ortsplan der Gemeinde Vilgertshofen

Gemeindeverwaltung

Foto: Gebäude der Gemeindeverwaltung

Rathausstr. 41
86946 Vilgertshofen

Zum Rathaus

Tel. 0 81 94 - 333
Fax: 0 81 94 - 99 97 79
gemeinde@vilgertshofen.de

Sprechzeiten:
Montag 8.00 bis 11.00 Uhr,
Mittwoch 8.00 bis 12.00 Uhr,
Donnerstag 15.00 bis 18.00 Uhr

Aktuelle Nachrichten aus der Region (LT)

Wetter

Entwicklung der Infrastruktur

Überquerung des Lechs bei Mundraching: Flößer lenkt am hinteren Ruder

Lechbrücke

In weitem Bogen fließt der Lech um Mundraching und prägte die Bewohner zu jeder Zeit, denn die Überquerung des reißenden Gebirgsbachs kostete viele Menschenleben. Bereits ab dem 13. Jahrhundert wurde der früher nicht schiffbare Fluss mit Flossen überquert. Besonders die Flößer aus Mundraching und Umgebung konnten sich so eine gute Verdienstmöglichkeit schaffen. Um 1200 gab es bereits eine urkundlich erwähnte Brücke über den Lech beim Römerkessel, welche vom Herzog erbaut wurde. Wahrscheinlich wurde diese von einem Lech-Hochwasser wieder zerstört.

Der Großteil des Personen- und Güterverkehrs über den Lech erfolgte über Fähren. Meist konnte der Lech nur bei Niedrigwasser überquert werden, was für Reiter und Fußgänger machbar war, sich für Fuhrwerke allerdings schwierig gestaltete. Der letzte Fährmann über den Lech bei Mundraching hieß Lorenz Sanktjohanser aus Lechmühlen.

Seitenansicht der alten "Hackerbrücke"

Ab etwa 1850 wurde ein Drahtseil angebracht, an dem die Fähre hing; es gab Holzstege an beiden Ufern und eine Glocke läutete, wenn eine Lechüberquerung gewünscht war. Aufgrund zunehmenden Verkehrs wurde Ende des 19. Jahrhunderts über die Errichtung einer neuen Brücke diskutiert, doch niemand wollte finanzielle Mittel aufwenden.

1912 wurde ein Brückenfonds angelegt, die MAN fertigte neue Pläne und 1923 konnte mit dem Bau der „Hackerbrücke“ (nach dem späteren Bürgermeister benannt) begonnen werden – sie wurde gefertigt aus Holz aus dem Gemeindewald und kostete insgesamt etwa 70 000 Mark. Sie war die längste Brücke am Lech, jedoch qualitativ nicht gut genug und musste laufend repariert werden.

Nach der Teilsprengung der Holzbrücke 1945 wurde 1950 mit dem Bau einer neuen Brücke begonnen. 1951 schließlich konnte diese e 277 000 DM teure Brücke aus Holz durch Bürgermeister Sanktjohanser dem Verkehr übergeben werden. 1970 unterspülte ein Hochwasser die Brückenpfeiler und die Brücke musste gesperrt werden. Die heutige Brücke wurde im Zeitraum von 1981 bis 1983 erbaut.

Bauarbeiten an der neuen Straße nach Stadl

Modernisierungen, Straßenbau

1903 wurde in Mundraching die Molkerei gebaut, ein Jahr später eine Kirchenuhr angeschafft und 1919 das elektrische Licht eingeführt. 1954-58 folgte die Erweiterung des Friedhofs und der Bau eines Leichenhauses, ein Anbau an die Kirche mit Verbesserungen im Schulhaus, asphaltierte Straßen und der Kanal im Ort.

1962 wurde die neue Straße nach Stadl gebaut und die steile alte Straße konnte umgangen werden.

Um 1920: Handarbeitslehrerin Bockhorni mit Schülerinnen im alten Schulhaus

Schule

Nach dem Dreißigjährigen Krieg wurden die Mundrachinger Kinder von Vikaren aus Issing unterrichtet. Ab 1750 fand in Mundraching regelmäßiger Unterricht statt, zunächst in der Wohnstube „Beim Mesner“, ab 1842/1843 dann im neuen Schulhaus von ausgebildeten Lehrern.

Bis 1881 gingen auch die Kinder aus Lechmühlen in die Mundrachinger Schule. Da die Lechüberquerung jedoch besonders im Winter und bei Hochwasser sehr gefährlich war, kamen die Schüler aus Lechmühlen ab 1881 nach Seestall zum Unterricht. Die Kosten für die Bildung ihrer Kinder mussten die 28 Familien der Gemeinde selbst tragen: Sie kamen auf für den Unterhalt des Schulhauses, den Neubau 1842 und die Erweiterung 1901 und bis 1909 sogar für die Lehrerbesoldung.

Mit Ausnahme der Jahre 1936 – 1946 konnte die Gemeinde bis 1965 ihre selbständige Schule behaupten. Danach sanken die Schülerzahlen und eine bessere Ausbildung wurde gefordert, weswegen die Mundrachinger Schule mit Pflugdorf-Stadl zusammengeschlossen wurde.