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Wallfahrtskirche zur Schmerzhaften Muttergottes

Die Stumme Prozession von Vilgertshofen

Ein besonderes Datum für die „Marianische Bruderschaft zur Schmerzhaften Muttergottes von Vilgertshofen“ stellt alljährlich der Sonntag nach dem 15. August, Mariä Himmelfahrt, dar – denn an diesem Tag feiert die Bruderschaft ihr Titularfest.

Man schrieb den 15. August 1708, als mit Genehmigung des Papstes erstmals nach dem Hochamt eine Prozession durch die Felder stattfand. Hierbei wurden das Allerheiligste und die Statue der Muttergottes mitgeführt und ebenso der Termin für das jährliche Titularfest festgelegt.

Die Bruderschaft, eine Verbindung von Laien, hat alle kirchlichen und weltlichen Verbote überstanden, sogar die Säkularisation. Mit ihrer Mitgliedschaft bekunden die in ihr vereinten Gläubigen ihre persönliche Glaubenshaltung, die darin besteht, ein christliches Leben zu führen, täglich ein Vaterunser und ein Ave Maria zu beten und die Wallfahrt an der Kirche zu üben. Geleitet wird die Vereinigung, der jeder erwachsene Gläubige beitreten kann, von dem so genannten Konzil, einem Gremium aus 40 Mitgliedern, dem der jeweilige Ortspfarrer vorsteht.

Als besondere Aufgabe wird die Durchführung des Leidenszuges Christi, der bekannten Stummen Prozession, betrachtet. Sie basiert auf eben jener Prozession von 1708. Vom Ordinariat 1844 verboten, fand sie 30 Jahre nicht statt, wurde dann jedoch von der Bruderschaft wieder aufgenommen und zugleich in Szenenfolge und Kleidung renoviert.

Heute besteht die Stumme Prozession aus etwa 100 Darstellern, die Figuren aus dem Alten Testament symbolisieren, gefolgt von Szenen aus dem Neuen Testament, das Leiden und Sterben Christi nahebringend.

Damit nach dem kirchlichen Teil dieses Festtages der weltliche nicht zu kurz kommt, bauen zahlreiche Fieranten und Standleute entlang der Ortsstraße ihre Buden auf, um dem Besucher auf diesem Jahrmarkt allerlei nützliche Waren anzubieten.

Der Besuch dieses alten Kirchenfestes ist, zumal sich das Wetter in dieser Jahreszeit meist von seiner guten Seite zeigt, ganz gewiss ein Erlebnis.

Text: W. Adolf

 

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