Dorfgeschichte Ortsteil Vilgertshofen

Wallfahrtskirche Vilgertshofen

Die Geschichte des Ortes Vilgertshofen ist eng mit dem ehemaligen Kloster Wessobrunn verbunden. Seine Gründung geht wohl auf die Zeit nach Ende der Völkerwanderung zurück. Im Jahr 940 taucht „Viligundenhouen“ erstmals in einem Kalendarium des Klosters Wessobrunn auf; dabei wird auch bereits eine Kirche erwähnt. 1281 wurde sie im Auftrag des Wessobrunner Abts durch ein größeres Gotteshaus ersetzt. Die schon länger bestehende Wallfahrt blühte nach einer Wunderheilung ab 1674 derart auf, dass das alte Kirchengebäude bald zu klein wurde. Unter dem Wessobrunner Baumeister Johann Schmuzer entstand daraufhin zwischen 1686 und 1692 die heutige barocke Wallfahrtskirche, einer der bedeutendsten Kirchenbauten der Wessobrunner Schule und des ganzen Lechrains.

Mehr zur Wallfahrtskirche „Zur Schmerzhaften Muttergottes“

Die Wallfahrtskirche mit dem alten Seelsorgerhaus, dem späteren Altenheim (Aufnahme vor 1960).

Eine an die Kirche angebundene Marianische Bruderschaft feierte ab 1708 ihr Hochfest, aus der das heutige „Vilgertshofer Fest“ mit seiner bayernweit einmaligen „Stummen Prozession“ entstand. Es wird jährlich am Sonntag nach Mariae Himmelfahrt (15. August) gefeiert und zieht an diesem Tag mehrere tausend Besucher in den kleinen Ort.

Mehr zur Stummen Prozession von Vilgertshofen

Neben der Kirche bestand Vilgertshofen über die Jahrhunderte hinweg aus vier, dem Kloster Wessobrunn grundbaren Höfen. Der Ort gehörte zur Klosterhofmark Wessobrunn, so dass das Kloster im Dorf auch die niedere Gerichtsbarkeit ausübte. Nach der Säkularisation – der Abbruch der Wallfahrtskirche konnte nur durch die Übernahme der Baulast durch die Gemeinde verhindert werden – und der Auflösung des Klosters Wessobrunn wurde Vilgertshofen in die damalige Gemeinde Stadl eingegliedert.

Das ehemalige Seelsorgerhaus östlich der Kirche wurde zunächst Forstamt, im Dritten Reich dann Arbeitsdienstlager und nach dem Krieg schließlich Unterkunft für alte und gebrechliche Heimatvertriebene. Mehrere An- und Umbauten in den sechziger und neunziger Jahren unterstützten die Entwicklung des Hauses zum Alten- und Pflegeheim. Heute präsentiert sich das Gebäude als modernes Kreisseniorenheim mit 80 Pflegeplätzen.

Die alten Bauernhöfe prägen bis heute das Bild des Ortes, doch wird mittlerweile kein einziger Hof mehr bewirtschaftet.